Kombi-Veranstaltungstickets mit ÖPNV-Nutzung

Antrag zur direkten Überweisung in den Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird aufgefordert, mit der KVG und Anbietern von Kultur-, Sport-, Tagungs- und anderen Veranstaltungen eine Vereinbarung zu schließen, nach der Veranstaltungs-Tickets zur Anreise zur Veranstaltung mit dem öffentlichen Nahverkehr berechtigen.

Begründung:

Bei größeren Veranstaltungen entstehen in der Regel Begleiterscheinungen wie kurzfristige Staus, erhöhte Emissionen und Parkdruck im Umfeld des Veranstaltungsorts. In anderen Kommunen wurden gute Erfahrungen mit Veranstaltungstickets gemacht, die auch zur Nutzung des Nahverkehrs berechtigen. Die zusätzlichen Kosten je Ticket wurden im Zuge der letzten documenta mit ca. 0,70 Ct je Ticket geschätzt.

Besondere Priorität sollten bei der Umsetzung eines Kombi-Tickets haben:

  • Veranstaltungen in Staatstheater, Opernhaus und documenta-Forum

  • Veranstaltungen in der Stadthalle

  • Veranstaltungen im Schlachthof

  • Sport- und Konzert-Veranstaltungen im Auestadion

Diese Kombi-Tickets werden auch im Luftreinhalteplan des Landes Hessens für den Ballungsraum Kassel als Maßnahme zur Steigerung der Luftqualität genannt und sollten möglichst schnell umgesetzt werden.


Update: Der Antrag wurde am 6.02.20 behandelt:
Die SPD-Fraktion stellt fest, dass Kombitickets zwar prinzipiell eine sinnvolle Angelegenheit seien, es sie aber bei den großen Sportevents schon gebe. Da, wo die Stadt die alleinige Hoheit habe, mache sie das sowieso (Senioren-Weihnachtskonzert o. ä.). Ansonsten seien die Verhandlungen Sache der privatwirtschaftlichen Anbieter und der KVG und nicht des Magistrats. Die Akteure seien nicht verpflichtet, Empfehlungen des Magistrats umzusetzen. Zwar kümmere sich die KVG, ein direkter Auftrag bestehe aber nicht.

Die Kasseler Linke begründet ihre Enthaltung. Die KVG hätte grundsätzlich nichts gegen Kombitickets, der Ball läge hier bei den Auftraggebern. Es sei nicht klar, welcher Betrag bei Vorverkauf/Dauerkarten zu entrichten sei. In Ballungsräumen funktioniere das besser, denn dort hätte man verlässliche Planungsgrundlagen (Beispiel Rhein-Main-Gebiet – Von 30.000 Dauerkartenbesitzern nutzen ca. 25.000 das Angebot).

Die CDU-Fraktion findet die Intention zwar richtig, denn wenn es die Kombitickets gebe, würden sie auch genutzt, aber die Probleme lägen im Detail. Deshalb könne man die Argumentation der SPD nachvollziehen und lehne ab.

Zustimmung: FDP+FW+Piraten, AfD
Ablehnung: SPD, CDU, B90/Grüne
Enthaltung: Kasseler Linke